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Zähne und Astrologie

Zahn um Zahn (erschienen im MerCur, 9/2000)

Wer kranke Zähne hat, ist bei Susanne Berthold gut aufgehoben: Die Münchner Zahnärztin behandelt nicht nur schlechte Gebisse, sie erkennt auch das psychische Problem dahinter. Denn jedem Zahn ist ein bestimmtes astrologisches Symbol und damit auch eine Bedeutung zugeordnet.



Die Zuordnungen sind relativ einfach: Das Gebiss wird in vier Quadranten eingeteilt. Der 1. Quadrant liegt rechts oben (vom Klienten aus), der 2. links oben, der 3. links unten und der 4. Quadrant rechts unten. Jeder Quadrant hat acht Zähne, gezählt wird von der Mitte nach aussen, d.h. zum Beispiel 1=Schneidezahn (Venus), 3=Eckzahn (Mars), 6=Saturn und 8=Weisheitszahn (Pluto). Rechts bedeutet "männlich", links "weiblich". Der Unterkiefer verweist auf die aktive Seite des Menschen - da beweglich -, der Oberkiefer auf die emotionale Struktur" - da unbeweglich und passiv aufnehmend. Zahnschmerzen bei Nr.6 rechts oben signalisiert also immer ein Saturn-Problem und eine emotionale Hemmung (Oberkiefer), oft in bezug auf den Vater (rechts=männlich); bei Frauen verschiebt sich das später meist auf den Partner.

Ein Kollege brachte sie darauf: 1991 publizierte der Bad Sodener Zahnarzt Dr. Dietrich Volkmer sein Buch "Mars im Spiegel", in dem er die Kohärenz zwischen Zahn, Astrologie, Organbezügen und seelischen Inhalten systematisierte. Wobei er die Zuordnungen der Zähne zu den Organen über die Meridian-Energiebahnen von seinem Plochinger Kollegen Dr. Reinhard Voll übernommen hatte. Frau Berthold adaptierte die Methodik in ihrer Praxis - "mit erstaunlichem Erfolg" über den sie im Sommer 2000 bei Jürgen Fliege anhand eines Bespiels aus ihrer täglichen Praxis berichtete.

Frau Berthold erzählt von einer jungen Frau, die in die Sprechstunde kommt. Ihr Weisheitszahn rechts oben hatte sich zwischen Nr.6 und 7 durchgequetscht. "Ich beschloss, den 7er zu ziehen; beim 6er, der eine tiefe Karies aufwies, machte ich eine Einlage, die einige Zeit drinbleiben sollte, ehe ich eine Füllung einpasste. Als die Patientin wiederkam, hatte die Karies aber den Nerv angegriffen - und ich musste die Wurzel behandeln".

Dann passierte Eigenartiges. Nach zwei Tagen erscheint das Mädchen erneut in der Praxis. Sie hat zwei Nächte nicht geschlafen, "wegen heftigster Schmerzen am 6er" (Berthold). Doch der Zahn ist klinisch völlig unauffällig, kein Eiter in den Wurzelkanälen, nichts. Und auch kein Schmerz, wenn man am Zahn klopft! "Der betroffene Zahn liess mich ein seelisches Problem mit dem Vater vermuten", erzählt Frau Berthold (6er Zahn = Saturn = Erstarrung, rechts oben = männlich/väterlich und emotional).

Fakt war: Die Eltern der jungen Frau hatten sich getrennt. Die Tochter blieb beim Vater, der mit einer neuen Partnerin zusammenzog. Der Vater aber schnitt sie, wo er konnte, und stellte sie, in den Worten des Mädchens, "kalt". Sie fühlte sich fortgeekelt und zog wieder zur Mutter. Das Problem aber trug sie weiter mit sich herum - bis es über den Zahn "zur Sprache kam"... "Ich riet der Patientin" so erzählt Frau Berthold, "sie solle ihrem Vater einen Brief shreiben, indem sie ehrlich offenlegt, wie verletzt sie sich fühlt". Wenn sie wolle, könne sie diesen Brief auch abschicken. Noch am selben Abend schrieb die junge Frau den Brief an ihren Vater - und plötzlich waren die Schmerzen fort, wie sie zwei Tage später in der Praxis lächelnd erzählte. Sie hat den Brief nie abgeschickt - doch sie hat ihn geschrieben! So kam "etwas" in Bewegung.

"Seither hat die Patientin nicht die kleinsten Probleme mehr mit dem Zahn", staunt die Zahnärztin heute noch. Und schiebt gleich noch einen Fall nach: Ein Mann kommt in die Praxis mit starken Schmerzen bei Nr. 2, auch rechts oben. Nr.2 ist der Merkur-Zahn. Doch der Zahn ist völlig unversehrt, reagiert aber auf Klopfen hochsensibel. Frau Berthold fragt: "Haben Sie derzeit grössere Kommunikationsprobleme in Ihrer Ehe?" Der Patient ist verblüfft: "Ja, woher wissen Sie das?" Es stellte sich heraus: Der Mann war nicht imstande, seine Gefühle auszudrücken - was dazu führte, dass seine Frau sich zurückzog (Nr.2 = Merkur = Beweglichkeit, Kommunikation, rechts oben = männlich-emotional).

Im übrigen weiss Frau Berthold: "Sind die Kommunikationsprobleme in einer Beziehung so gravierend, dass die Trennung bevorsteht, fällt oft der Merkur-Zahn aus, weil es zu einem Knochenabbau rund um den Zahn kommt - interessanterweise aber nur im Oberkiefer". Was deutlich auf die Ursache solcher Kriesen hinweist: Einer der Partner kann nicht über seine Gefühle reden. "In erster Linie kommen Leute mit chronischen Zahnproblemen zu mir, die schulmedizinischen Methoden gegenüber resistent sind", ergänzt Frau Berthold. "Hier kann ich ganzheitlich ansetzen".

Tatsächlich arbeitet die Zahnärztin unterstützend u.a. mit Akupunktur, Homöopathie, Kinesiologie, und Hypnose ("ich heile eine Zahnphobie in einer halben Stunde"). Schliesslich gibt sie mir noch Nachdenkenswertes auf den Weg: "Wissen Sie, warum die Weisheitszähne in unserer Gesellschaft gezogen werden? Weil kein Platz für sie ist". Weisheitszähne stehen für Pluto, also für Wandlung, Werden und Vergehen, für den eigenen Weg, für Intensität und Tiefe. Dafür ist kein Platz. Bezeichnend.

von Friedrich Maier

Was bedeuten meine Zähne?*

1. (Schneidezahn) - Venus - Niere/Genitalbereich - Harmonie bis Unentschlossenheit

2. Merkur - Blase/Genitalbereich - Beweglichkeit bis Hektik; Kommunikation

3. (Eckzahn) - Mars - Gallenblase, Auge, Hüfte - Dynamik bis Aggression

4. Jupiter - Leber, Auge - Grosszügigkeit bis Grossspurigkeit

5. Uranus - Nervensystem - Kreativität bis Unruhe

6. Saturn - Rückgrat/Schilddrüsen - Stabilität bis Starre

7. Neptun - Nebenschilddrüsen - Erkenntnis bis Illusion

8. Pluto - Herz, Dünndarm, Innenohr - Wandlung bis Besessenheit

Zudem wird die Mundöffnung mit der Sonne in Verbindung gebracht, der Rachen mit dem Mond.

Quelle:
Dr. Dietrich Volkmer / S.Berthold Organbezüge nach Dr. Voll ; beachte: Jupiter (4) und Uranus (5) haben beide im Oberkiefer Bezug zu Dickdarm / Lunge, im Unterkiefer zu Magen/Pankreas. Saturn (6) und Neptun (7) wiederum im Oberkiefer zu Magen/Pankreas und im Unterkiefer zu Dickdarm/Lunge